Tablets first: Flache Rechner sorgen für mehr Website-Traffic als Smartphones

by Adobe Marketing Cloud

Posted on 03-08-2013

Auch wenn die Zahl der Tablets weltweit deut­lich hin­ter den Smart­phones zurück­liegt, so wer­den sie doch deut­lich stärk­er zum Sur­fen im Inter­net genutzt. In der neuesten Aus­gabe des Adobe Dig­i­tal Index, die gestern auf dem Adobe Sum­mit in Salt Lake City veröf­fentlicht wurde, wird eine Trendwende festgestellt.

Erst­mals haben die Tablets für mehr Traf­fic auf die Web­sites gesorgt als die Smart­phones”, heißt es in der Studie, für die weltweit 100 Mil­liar­den Zugriffe auf mehr als 1000 Top-Web­sites analysiert wurden.

Das Ergeb­nis: Rund acht Prozent des Traf­fics dort stammte im Feb­ru­ar 2013 von** Tablets**, während sieben Prozent von** Smart­phones** kam. Mit Abstand vorn liegen allerd­ings nach wie vor Desk­top-PCs und Note­books mit einem Anteil von 84 Prozent aller Page-Views.

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Der höhere Tablet-Anteil resul­tiert haupt­säch­lich aus der stärk­eren Nutzungsin­ten­sität. Wer iPad, Galaxy Tab und Co. vor sich hat, schaut fast dop­pelt so viele Seit­en pro Besuch an als der durch­schnit­tliche Smart­phone-User. Die Pageviews per Vis­it liegen bei Tablets um den Fak­tor 1,7 höher als bei den intel­li­gen­ten Handys.

Dieser Trend ist weltweit zu beobacht­en, aber beson­ders in Großbri­tan­nien dominiert die mobile Nutzung sowohl per Handy als auch per Tablet — im Unter­schied zu Deutsch­land oder Frankre­ich. In Japan und Chi­na bleibt dage­gen das Smart­phone das beliebteste Gerät zur Internetnutzung.

Während in Großbri­tan­nien bere­its 12,2 Prozent des Traf­fics von iPad und Co. aus­gelöst wer­den, sind es hierzu­lande lediglich 5,7 Prozent. Damit liegt** Deutsch­land** nach dem Vere­inigten Kön­i­gre­ich und den USA (9,1 Prozent), Kana­da (8,7 Prozent), Aus­tralien (7,7 Prozent), Japan (7,4 Prozent) und Frankre­ich (6,1 Prozent) nur auf Rang 7.

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Die Gestal­tung des Tablets — so die Studie — regt beson­ders zum** Online-Einkauf** an. Im let­zten Wei­h­nachts­geschäft wur­den im weltweit­en Durch­schnitt bere­its 13,5 Prozent aller Online‑Käufe via Tablet getätigt. Außer­dem sind Besitzer von iPad und Co. sehr viel aus­gabefreudi­ger. Beim Online-Shop­ping geben sie 54 Prozent mehr aus als die Nutzer von Smart­phones. Auch Ver­brauch­er, die ihren Einkauf am heimis­chen Desk­top-PC oder Lap­top täti­gen, kön­nen in punc­to Umsatz nicht mit den Tablet-Nutzern mithal­ten. Diese geben bei ihren virtuellen Shop­pin­gaus­flü­gen 19 Prozent weniger aus.

Grund­sät­zlich prof­i­tieren die Web­sites von Han­del­sun­ternehmen deshalb weltweit am stärk­sten vom Tablet-Boom. Auch um sich online über Autos und Reisen zu informieren, sind die mobilen Geräte beliebt. Bei den Tele­fonge­sellschaften sind dage­gen Smart­phones immer noch die größten Traf­fic-Bringer. Denn häu­fig wird damit die Tele­fon­rech­nung kon­trol­liert oder bezahlt.

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Für die Mar­ket­ing-Ver­ant­wortlichen bedeuten die neuen Zahlen des Adobe Dig­i­tal Index, die bish­er ver­bre­it­ete Strate­gie “Mobile First” in “Tablets First” abzuän­dern, wenn sie die kaufkräftig­sten Ziel­grup­pen erre­ichen wollen. Ger­ade in der jet­zi­gen Phase, in der viele Ver­brauch­er mit den flachen Rech­n­ern exper­i­men­tieren, kann eine Neg­a­tiv-Erfahrung mit ein­er Web­site dazu führen, dass sie nicht wiederkom­men. Denn eine für Handys opti­mierte mobile Seite sollte sich von ein­er speziell auf Tablets aus­gerichteten Web­site unter­schei­den. Und bei­de sind anders als die nor­male Inter­net-Präsenz zu gestalten.

Auch die Nutzungssi­t­u­a­tio­nen und ‑gewohn­heit­en sind ver­schieden und soll­ten berück­sichtigt wer­den. Der Web­site-Besuch mit dem Tablet muss inter­ak­tiv­er und emo­tionaler gestal­tet sein. Die Kun­den wün­schen sich hier noch stärk­er per­son­al­isierte Nutzer­erleb­nisse. Wenn sie sich beim Online-Shop­ping für das Tablet statt des Smart­phones entschei­den, wollen sie nicht nur Preise ver­gle­ichen — son­dern tat­säch­lich etwas einkaufen. Und sie schauen sich nicht nur ein­fach einen Video­clip an, son­dern wollen herum­stöbern und mit Inhal­ten inter­agieren. Deshalb sind sie dann zum Beispiel auch sehr schnell ent­täuscht, wenn der Touch­screen oder die Bild­schir­mau­flö­sung ihres neuen Spielzeugs nicht ins Design ein­er Seite ein­be­zo­gen sind.

Der IT-Jour­nal­ist Michael Kro­ker (“Wirtschaftswoche”) nen­nt die Stu­di­energeb­nisse in einem Blog­beitrag übrigens ein “neues Para­dox­on” und weist auf eine andere Inter­pre­ta­tion­s­möglichkeit der Zahlen aus dem Adobe Dig­i­tal Index hin: “Mit rund 15 Prozent aller Zugriffe sind Mobil­geräte also keine ver­nach­läs­sig­bare Größe mehr. Die andere Lesart lautet freilich – in Anlehnung an Mark Twain: Die Nachricht­en vom Tod des PC sind stark übertrieben. Schließlich verur­sachen tra­di­tionelle Com­put­er weit­er­hin stolze 84 Prozent des Inter­net-Verkehrs.”

Und auch die Studie “Mobile Com­merce in Deutsch­land” des Köl­ner E‑Com­merce-Cen­ter Han­del (ECC Han­del) vom Juli 2012, auf die hier im Blog näher einge­gan­gen wird, hat übrigens das Kaufver­hal­ten der Smart­phone- und Tablet­nutzer näher unter­sucht und liefert eben­falls auf­schlußre­iche Zahlen.

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