Fintech-Studie von Roland Berger: Ernste Bedrohung für Banken

by Andreas Helios

Posted on 05-17-2016

Die zunehmende Dig­i­tal­isierung sorgt für wach­senden Wet­tbe­werb durch reine Online-Banken sowie branchen­fremde Mark­t­teil­nehmer mit dig­i­tal­en Geschäftsmod­ellen. Beson­ders bei ein­fachen Pro­duk­ten wie Aut­o­fi­nanzierun­gen oder Ver­braucherkred­iten dürften daher die Mar­gen weit­er sinken. Das geht aus der Studie „Future of Euro­pean Con­sumer Finance“ von Roland Berg­er und Euro­fi­nas her­vor. Befragt wur­den dafür Führungskräfte von 118 Banken und Kred­itin­sti­tuten in 21 europäis­chen Län­dern.

Mehr als zwei Drit­tel der Befragten erwarten dem­nach in den kom­menden drei Jahren eine Kon­so­li­dierung der Branche. 70 Prozent sehen eine ernst zu nehmende Bedro­hung ihres Geschäfts etwa durch die soge­nan­nten Fin­techs – junge Unternehmen mit einem dig­i­tal­en Geschäftsmod­ell, die sich sehr stark an den Kun­denbedürfnis­sen orientieren.

Ver­trieb­skanäle optimieren

Zu den größten Her­aus­forderun­gen für die tra­di­tionelle Finanzbranche – so die Studie – zählt deshalb in den kom­menden drei Jahren die Opti­mierung der Ver­trieb­skanäle. Für mehr als 90 Prozent der Stu­di­en­teil­nehmer stellt die Dig­i­tal­isierung den wichtig­sten Trend der kom­menden Jahre dar. Dementsprechend gehen auch mehr als die Hälfte davon aus, dass bis 2018 die meis­ten ihrer Ver­tragsab­schlüsse voll dig­i­tal­isiert sein wer­den. Ende 2014 waren nur 20 Prozent der Befragten dieser Ansicht.

Dabei erwarten die meis­ten Geldin­sti­tute eine deut­liche Zunahme der reinen Online-Abschlüsse, auch wenn die per­sön­liche Beratung nach wie vor den Haup­tkanal darstellt. Eine stärkere Dig­i­tal­isierung und Automa­tisierung erscheint für 90 Prozent der Befragten pri­or­itär. Denn für die Finanzbranche wird eine kurze Zeit zwis­chen Kred­i­tantrag und ‑zusage wettbewerbsentscheidend.

Anträge schneller bearbeiten

„Die Kun­den wollen eine schnelle und unkom­plizierte Bear­beitung ihrer Anträge, egal, ob sie online oder per­sön­lich mit dem Anbi­eter im Kon­takt sind“, sagt Mar­tin Krause-Ablass, Experte für Kon­sumenten­fi­nanzierung bei Roland Berg­er. „Hier soll­ten Banken aktiv wer­den, denn mit ihren tra­di­tionellen Geschäftsmod­ellen kön­nen sie diese Anforderun­gen nicht mehr erfüllen.“

Entsprechend zeigt sich das Bild bei der Frage nach angestrebten Verbesserun­gen: So wollen 60 Prozent der Online-Anbi­eter die Zeit zwis­chen Antrag und Zusage verkürzen, über 80 Prozent aller Befragten pla­nen den Einkauf­sprozess (Cus­tomer Jour­ney) über alle Ver­trieb­skanäle zu verbessern und Dat­en effizien­ter zu nutzen.

Neue Chan­cen bess­er nutzen

Basierend auf den Umfrageergeb­nis­sen haben die Roland Berg­er-Con­sul­tants Experten fünf Hand­lungs­felder erar­beit­et, auf denen Unternehmen der Finanzbranche aktiv wer­den soll­ten, um sich für die Zukun­ft fit zu machen. „Der erste Schritt ist, das eigene Ange­bot ins­ge­samt auf den Prüf­s­tand zu stellen“, betont Krause-Ablass. Ziel müsse dabei sein, das Risiko, Kun­den an neue, inno­v­a­tive Wet­tbe­wer­ber zu ver­lieren, nicht nur zu min­imieren, son­dern sich neue Chan­cen zu schaffen.

Darauf auf­bauend fol­gen dann weit­ere Schritte zur strate­gis­chen Trans­for­ma­tion wie das Überar­beit­en der „Cus­tomer Jour­ney“, also des Wegs, den der Kunde vom Erstkon­takt bis zum Ver­tragsab­schluss zurück­legt, der Auf­bau neuer Part­ner­schaften oder eine opti­mierte Nutzung von Dat­en, um Wet­tbe­werb­svorteile auszus­pie­len. „Egal ob tra­di­tionelle Bank oder Auto-Finanzier­er, Kon­sumentenkred­it-Spezial­ist oder Kred­itver­mit­tler: In den kom­menden Jahren wird sich die gesamte Branche wan­deln“, heißt es in der Studie, „wer rechtzeit­ig han­delt und die Verän­derun­gen für sich nutzt, wird aus der zu erwartenden Kon­so­li­dierung gestärkt hervorgehen.“

Erfahrun­gen aus­tauschen und von den Besten lernen

Auf dem „Adobe Prax­istag Banken und Ver­sicherun­gen: Das Kun­den­er­leb­nis neu gestal­ten“ in Frank­furt am Main wird am 16. Juni 2016 von 9.30 bis 15.30 Uhr (West­hafen Pier 1, Rotfed­er-Ring 1) besprochen, wie Geldin­sti­tute und Asseku­ranzen den neuen Her­aus­forderun­gen begeg­nen kön­nen. Dirk Her­rmann, Zukun­fts­forsch­er und Finanzprofi, set­zt mit sein­er Ein­führung „Die dig­i­tale Rev­o­lu­tion – Her­aus­forderun­gen und Chan­cen für Banken und Ver­sicherun­gen“ die Impulse für diesen span­nen­den Tag.

Prax­is­beispiele von HypoVere­ins­bank, KBC (dem Online-Pio­nier im bel­gis­chen Banken­markt), AXA Win­terthur, BNP Wealth Man­age­ment und **Comdi­rekt **zeigen ganz konkret, was getan wer­den kann. Dr. Tim Dührkoop von unserem Part­ner NAMICS, zeigt welche Rolle die Cus­tomer Expe­ri­ence bei Banken und Sparkassen spielt. Und die brand­neuen Bench­mark­ing-Stu­di­en unseres Part­ners **unic **für den Asseku­ranz- und Banken­bere­ich zeigen, wo sich Ihr Unternehmen auf dem Weg der dig­i­tal­en Trans­for­ma­tion heute befindet?

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Topics: Digitale Transformation & Marketing, Digital EMEA

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