Fünf Tipps für Grafikdesigner, die auf UX-Design umsatteln wollen

by Nick Babich

Posted on 07-21-2017

Mit der voranschreitenden technologischen Entwicklung eröffnen sich für Grafikdesigner immer wieder neue spannende Berufsmöglichkeiten. User Experience (UX) Designer stehen derzeit besonders hoch im Kurs und Bewerber mit Erfahrung dürfen Top-Gehälter erwarten: Im Einstiegsbereich liegt das mittlere Jahreseinkommen in den USA bei 70.000 Dollar – erfahrene Experten erhalten sogar bis zu 100.000 Dollar.

Die Nachfrage ist groß und ihr könnt viele bereits vorhandene Kenntnisse auf den neuen Beruf übertragen. Auf UX-Design umzusatteln kann sich also lohnen. Wenn ihr als Grafikdesigner mit UX-Design liebäugelt, aber nicht sicher weißt, wie ihr es angehen sollt, ist dieser Artikel genau der Richtige für euch.

Grafikdesign und UX-Design im Vergleich

Bevor wir uns in die Einzelheiten vertiefen, müssen wir erst definieren, worum es beim UX-Design genau geht und wodurch es sich vom Grafikdesign unterscheidet.

Auch wenn es bei Grafikdesign und UX-Design teilweise zu Überschneidungen kommt (kreatives Denken ist in beiden Berufen gefragt), unterscheiden sich Aufgaben und Ziele doch grundlegend:

Grafikdesigner vermitteln den Benutzern Informationen mithilfe von Text und Bildern. Bildquelle: Ramotion

Die Aufgaben des UX-Designers sind komplex, herausfordernd und facettenreich. Anders als Grafikdesigner, die sich überwiegend auf Optik und Kommunikation konzentrieren, liegt der Fokus von UX-Designern auf dem Benutzer und der Frage, wie er mit dem Produkt interagiert.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Grafikdesign und UX-Design ist der Designprozess. Für Grafikdesigner endet der Prozess, wenn das Produkt auf den Markt kommt. Für den UX-Designer dagegen ist dieser Produktlaunch einfach nur ein Schritt im Designprozess. UX-Designs sollten kontinuierlich getestet und aufgrund von Benutzerfeedback angepasst werden. Das heißt UX-Designer müssen bereit sein, ihren Prototyp zu überarbeiten und ihre Hypothesen den Benutzerbedürfnissen entsprechend zu korrigieren.

Der Prozess des Produktdesigns. Bildquelle: Visual

Der Umstieg von Grafikdesign auf UX-Design

Viele meinen, UX-Designer sind ein exklusiver Klub, in den nur Leute mit dem richtigen Talent und langer Ausbildung aufgenommen werden. Das stimmt nicht. Vielmehr kann sich der Umstieg für Mitarbeiter mit starken Designfähigkeiten ganz natürlich ergeben. Für den Umstieg vom Grafikdesign zum UX-Design sind die folgenden fünf Punkte wichtig:

1. Eignet euch neue Kenntnisse an

Auf den Berufswechsel zum UX-Design könnt ihr euch vorbereiten, indem ihr etwas Zeit und Mühe in das Erlernen von UX-Kenntnissen investierst. Während im Grafikdesign für gute Illustrationen Spezialkenntnisse wie Typografie und Farbtheorie gefragt sind, stellt das UX-Design wesentlich vielschichtigere Ansprüche. UX Designer arbeiten am Schnittpunkt zahlreicher Disziplinen und müssen ständig hinzulernen. Um für Benutzerprobleme die richtigen Lösungen zu entwickeln, verwerten sie Erkenntnisse aus den Bereichen Psychologie, visuelles Design, Interaktionsdesign, _Informationsarchitektur _und Methoden der Nutzerforschung.

UX-Schirm von Dan Willis. Bildquelle: Slideshare

Auch wenn niemand aus dem Stand alle Disziplinen bewältigen kann, gibt es doch gute Tipps für die ersten Schritte:

2. Stellt ein Portfolio eurer UX-Designs zusammen

Worauf legen Arbeitgeber bei der Einstellung von UX-Designern den größten Wert? Auf zwei Faktoren: _relevante Berufserfahrung _und ein Design-Portfolio. Wenn ihr bei Ersterem nicht punkten könnt, konzentriert euch auf Letzteres. Seiteneinsteiger stehen bei der Suche nach der ersten Stelle oft vor demselben Dilemma wie Hochschulabsolventen: Um als UX-Designer eingestellt zu werden, braucht ihr Erfahrung im UX-Design. Aber wie kommt ihr an diese Erfahrung? Am besten weist ihr euer Potenzial auf jede nur mögliche Art nach:

3. Gestalte benutzerorientiert anstatt pixelgenau

Wenn ihr aus dem Grafikdesign kommt, gestaltet ihr wahrscheinlich am liebsten so, dass bis zum letzten Pixel alles ganz genau stimmt. Im Grafikdesign widmet ihr häufig einen Großteil eurer Arbeitszeit der Perfektionierung von Kerning und Farben, damit sie den Markenrichtlinien exakt entsprechen. Beim UX-Design laufen die Dinge etwas anders.

UX-Designer arbeiten in erster Linie benutzerorientiert und hinterfragen ihr Ziel immer wieder. Bei der Entwicklung eines benutzerorientierten Designs solltet ihr Folgendes beachten:

4. Macht euch mit der Nutzerforschung vertraut und bittet um Feedback zu eurer Arbeit

Ein UX-Designer hat die Aufgabe, Produkte so zu gestalten, dass sie das bestmögliche Benutzererlebnis bieten. Wie geschieht das? Am Anfang stehen umfangreiche Recherchen. Sie bilden einen wesentlichen Prozessschritt des UX-Designs. Das Produktdesign basiert dann auf den Ergebnissen. Ein Produkt, das für die Benutzer wertvoll ist, könnt ihr nur entwickeln, wenn ihr verstanden habt, vor welchen Problemen die Benutzer stehen und wie ihr sie durch euer Design lösen könnt. Wer als Grafikdesigner umsatteln will, muss Zeit investieren und sich mit den Methoden der Nutzerforschung vertraut machen.

Verschiedene Forschungsmethoden in der Zusammenfassung der NNGroup

Ihr solltet nicht davor zurückschrecken, anderen eure Arbeit zu zeigen und deine Überlegungen von ihnen hinterfragen zu lassen. Zu erfahren, was funktioniert hat und was nicht, ist äußerst lehrreich.

UX-Designer arbeiten eng mit Benutzern und anderen Teammitgliedern zusammen, damit das Endprodukt die Erwartungen der Benutzer sicher erfüllt. Bildquelle: General Assembly

5.Networking und Learning by Doing

Nachdem ihr Praxiskenntnisse im UX-Design erworben habt und euer Portfolio steht, geht es ans Networking. Für UX-Designer ist eine gute Vernetzung unerlässlich, denn die besten Jobchancen ergeben sich oft durch Empfehlungen von Leuten, die bereits in diesem Bereich arbeiten. Beginnt mit dem Networking beispielsweise bei LinkedIn und Medium. Schließt euch Gruppen mit UX-Bezug an, die in eurer Nähe aktiv sind, stellt selbst Fragen und beantwortet die Fragen anderer. So baut ihr allmählich ein Netzwerk aus Berufskollegen auf. Das dauert seine Zeit – erkundigt euch nicht gleich am Anfang nach einer Stelle – zunächst geht es darum Beziehungen zu pflegen.

Weitere Gelegenheiten zum Networking findet ihr auf Twitter, wo ihr Experten folgen könnt. Wichtige Namen sind beispielsweise Don Norman, Luke Wroblewski und Steve Krug. Von ihnen kannst du nicht nur viel lernen, sondern auch mit ihren Followern ins Gespräch kommen. Die meisten sind Grafikdesigner wie du.

Zusammenfassung

Besteht zwischen den Kenntnissen von Grafikdesignern und UX-Designern eine Lücke? Ja, aber sie lässt sich überwinden. Grafikdesigner sprechen bereits die Sprache des Designs. Und im UX-Design bieten sich zahlreiche Chancen, eure Karriere im Kreativbereich voranzubringen. Viel Erfolg!

Der Zauberwürfel ist nicht das einzige Drehpuzzle. Auf Ruwix findest du zum Beispiel auch Pyraminx, 2er- und 4er-Würfel sowie Megaminx.

Topics: Design, Grafikdesign, Kreativ-Business, Karriere, Kreative Karrieren, Tipps, UX-Design, UX-Designer, Creative EMEA

Products: