Ein Berliner Startup beflügelt die Gastronomie im Asien-Pazifik-Raum

In den Küchen der APAC-Region brodelt es gewaltig. Dank Online-Bestellungen und Mobile-Apps erleben die Gastronomen hier ein ungekanntes Hoch. Neben anderen Playern sorgt dabei auch ein Berliner Startup für das Salz in der Suppe.

Ein Berliner Startup beflügelt die Gastronomie im Asien-Pazifik-Raum

by Nikki Majewski

Posted on 10-08-2017

Die Küchen im asiatisch-pazifischen Raum geben derzeit mehr Gerichte aus denn je. Dank Online-Bestellungen und Smartphone-Apps erleben sie ein ungekanntes hoch. Take-away-Plattformen bieten eine riesige Auswahl, sind immer erreichbar und haben das technische Know-how für ein personalisiertes Kundenerlebnis.

Mahlzeiten bis an die Haustür zu liefern, entwickelt sich auch in Fernost und im Pazifikraum zu einem lukrativen Geschäftsfeld. In einem Bistro oder Imbiss ist die Anzahl der Sitzplätze bekanntermaßen begrenzt. Online hingegen erreichen die Gastronomen ein größeres Publikum mit ihrer Speisekarte und können wesentlich mehr Portionen verkaufen.

Die Marktforscher von Euromonitor International gehen davon aus, dass die Branche im asiatisch-pazifischen Raum bis 2020 um durchschnittlich 14 Prozent pro Jahr wachsen wird. In seinem Bericht Food Delivery Race Heats Up in Asia Pacific aus dem vergangenen Jahr bezeichnete Euromonitor die Region als die „bei Weitem am schnellsten wachsende der Welt“.

Enormes Wachstum in China

Besonders China hat gefallen an den bequemen Mahlzeiten gefunden. Mit einem Wachstum von 55 Prozent liegt das Riesenreich ganz vorn. Der Euromonitor-Bericht, der noch immer die aktuellste und umfassendste Studie zur Region darstellt, schätzte den Wert des chinesischen Marktes im Jahr 2015 auf mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

Das schnelle Wachstum verdanken die Chinesen dem Erfolg einheimischer Unternehmen. Marktbeherrschend sind vor allem Meituan Waimai und Ele.me („Ele.me“ ist ein umgangssprachliches Wortspiel mit den chinesischen Begriffen für hungrig und schlechte Laune). Allein Ele.me hat den Lieferservice für über 300.000 Restaurants in 260 Städten übernommen. Auch Baidu Waimai, der Lieferservice des chinesischen Google-Konkurrenten Baidu, mischt im Lieferservice-Geschäft mit.

Wie auch in anderen Wirtschaftsbereichen ist es für internationale Unternehmen fast unmöglich in Chinas Lieferservice-Sektor Fuß zu fassen. Andere APAC-Länder bieten expansionswilligen Anbietern dagegen bessere Chancen.

Foodpanda zum Beispiel ist ein Berliner Lieferservice, der in der gesamten APAC-Region ein stetes Wachstum verzeichnet und nach eigener Aussage allen Grund hat, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Im ersten Quartal dieses Jahres gab Foodpanda ein Wachstum von 222 Prozent in Asien bekannt. Laut Luc Andreani, Geschäftsführer in Singapur, soll sich das Bestellvolumen bis zum Jahresende sogar noch verdoppeln.

„Die Kunden werden immer anspruchsvoller – und das zu Recht“, sagte Andreani dem Online-Portal The NewPaper. „In Singapur wird sich nur derjenige den Jackpot holen, der den Kunden den besten Service und das beste Inventar bieten kann, also die interessanteste Auswahl an Restaurants“, so Andreani weiter.

Der Markt in Singapur ist zwar klein, aber anspruchsvoll. Die Lieferservice-Anbieter mussten sich also in puncto Logistik etwas Neues einfallen lassen, um sich wirklich von der Masse abzuheben.

Im Euromonitor-Bericht ist nachzulesen, dass Foodpanda in Singapur „gerade die Lieferung per Drohne testet. Das soll die Lieferzeit verringern und letztendlich zu mehr Transaktionen führen“.

Mindestens so wichtig wie die Logistik ist der flächendeckende Internetempfang. „Die Netzabdeckung ist hier nicht so lückenlos wie in den USA. Unsere App mussten wir dementsprechend anpassen“, berichtet Simon Rossi, Geschäftsführer von UberEATS APAC.

Das international agierende Unternehmen versucht sich derzeit auf dem indischen Markt zu etablieren. Im Mai dieses Jahres startete UberEATS in Mumbai und weitete das Geschäft seitdem auch auf andere Großstädte wie Bengaluru, Hyderabad, Pune, Chennai und Gurugram aus. (Mehr dazu erfahren Sie im englischsprachen Adobe Experience Makers-Podcast.)

Laut Rossi sei die optimale Anpassung der App an einen Markt mit unbeständigen 3G- und WLAN-Netzen entscheidend. Man müsse den Kontakt zwischen Kunden und Restaurants ermöglichen und das Essen auch innerhalb der versprochenen Zeit liefern können.

„Kunden-App, Restaurant-App und der Kurier oder Lieferservice müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Wenn Sie versprechen, dass das Essen in einer halben Stunde auf dem Tisch steht, dann müssen Sie auch innerhalb von 30 Minuten liefern“, unterstreicht Rossi.

Mit Innovationen zum Erfolg

Im Euromonitor-Bericht ist nachzulesen, dass die Unternehmen mit Innovationen aufwarten müssen, wenn sie ihrer Konkurrenz Marktanteile abnehmen wollen. Das gelte insbesondere für die kleineren und „gesättigten“ regionalen Märkte wie Singapur und Hongkong.

„In Vietnam, Indonesien und auf den Philippinen, also den weniger entwickelten Märkten, ist ein schnelles Wachstum des Lieferservice-Segments zu erwarten. Doch die Marktbedingungen vor Ort werden es den globalen Akteuren nicht leichtmachen, dort in naher Zukunft Fuß zu fassen“, heißt es im Bericht.

Unternehmen wie UberEATS werden daher fortlaufend nach neuen Möglichkeiten suchen müssen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Rossi meint dazu: „Wenn ein Unternehmen die Nase vorn behalten will, muss es immerzu Innovationen entwickeln. Ich bin der festen Überzeugung, dass man seinen Leuten und dem Personal erlauben muss, zu experimentieren, etwas auf die Beine zu stellen und Ideen auszuprobieren.“

Rossi zufolge ist die Experimentierfreude ausschlaggebend, um den Service zu optimieren und beim Kundenerlebnis halten zu können, was man versprochen hat.

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