Die Zukunft von Apps liegt im Browser

Seit zehn Jahren verändern Apps für Mobile Devices unseren Alltag, sämtliche Geschäftszweige sowie die Art und Weise wie Marketing funktioniert. In Zukunft werden Progressive Web Apps (PWAs) die Nachfolge antreten, unterstützt durch alle großen Player des Webs. CMO.com erklärt wie PWAs funktionieren und warum sie gut für das Marketing sind.

Die Zukunft von Apps liegt im Browser

by CMO.com Team

Posted on 02-04-2019

Als Steve Jobs 2007 das erste iPhone der Welt vorstellte, konnte noch niemand ahnen, welche Auswirkungen Smartphones und vor allen Dingen Apps auf unseren persönlichen und beruflichen Alltag haben werden sollten. Mittlerweile sind wir längst in einer Mobile-First-Welt angekommen, in der Smartphones in zahlreichen Aspekten unseres Lebens eine zentrale Rolle spielen. 2015 hat Google den Nachfolger von klassischen Apps angekündigt: Progressive Web Apps (PWAs). Doch was genau sind diese Apps und welche Benefits können Marketer in Zukunft aus PWAs für ihre Kunden ziehen?

Warum braucht es eine neue Generation von Apps?

Grundsätzlich wurden Anwendungen für Mobile Devices so entwickelt, wie in anderen Bereichen des Software Development auch. Die App wird geplant, programmiert, auf ein bestimmtes Betriebssystem hin angepasst und durchläuft dann den Review-Prozess eines App Stores bevor sie heruntergeladen werden kann. In Zeiten von agilen Entwicklungsprozessen wirkt das Modell jedoch mittlerweile nicht mehr ganz zeitgemäß. Denn jede App muss einzeln für ihre jeweiligen Betriebssysteme angepasst und ausgerollt werden. Das gilt auch für Updates und Kompatibilitäten.

Um diesen Prozess zu optimieren hat Google das kostenfreie Framework Web App Manifest entwickelt. So kann eine schlanke und moderne PWA ohne Downloads oder eine Installation über einen App Store installiert werden. Und auch Updates gehören somit der Vergangenheit an, denn die Inhalte werden nachgeladen, sobald sie online aktualisiert worden sind.

Für Marketer dürften die Vorteile hier direkt ersichtlich werden. Wenn ein Bekleidungsgeschäft beispielsweise die Installation einer PWA direkt beim Besuch der Webseite anbietet, fallen gleich mehrere Schritte weg, den Kunden zur Installation der App zu bewegen. PWAs können auch direkt in das Kundenbindungsprogramm eingebunden werden, wie es beispielsweise H&M mit seinem App-exklusiven, digitalen Fashion-Club anbietet. Darüber hinaus bieten PWAs noch einen zunächst technisch klingenden Vorteil, der jedoch die User Experience gegenüber einer klassischen App entscheidend verbessert: Sie erzeugen ein geringeres Datenvolumen. Das bedeutet, dass Inhalte schneller nachgeladen und dargestellt werden und der Nutzer flüssiger durch die App und das Angebot navigiert. Dieser Umstand allein erhöht die Customer Experience, sorgt für ein höheres Engagement mit der Marke und generiert letztlich mehr Verkäufe.

Ein weiterer Vorteil der nächsten Generation von Apps ist, dass diese nicht mehr in verschiedenen Versionen für die einzelnen Betriebssysteme erstellt werden müssen. Noch befinden wir uns jedoch in einer Übergangsphase, denn die “Motoren”, die Browser und somit PWAs antreiben, können noch nicht alle Features abbilden, die mit einer klassischen App möglich sind.

PWAs in Action

Twitter dürfte das prominenteste Beispiel für die Realisierung einer guten PWA sein. Denn die Variante “Twitter Lite”, die unter mobile.twitter.com installiert werden kann, bringt nahezu alle Funktionalitäten seines großen Bruders mit und man muss schon sehr darauf achten, die Unterschiede zu finden. Positiv fällt hier sofort die schnelle Ladezeit auf. Und auch der asiatische Handelsriese Alibaba hat das Potenzial einer PWA vor allen Dingen für Gegenden mit langsameren Mobilfunkverbindungen erkannt und mit der für Smartphones optimierten Variante von Alibaba.com für Händler und AliExpress für Endkunden zwei vor Features und Inhalten strotzende Auftritte entwickelt. Ersterer hat dafür gesorgt, dass die Conversion Rate um 76 Prozent gesteigert und die Interaktionsrate vervierfacht werden konnte – allein durch die Umstellung auf eine PWA.

Wie sieht es in Zukunft aus?

Noch sind PWAs kein Standard, finden aber immer größere Verbreitung wie der Katalog von Appscope zeigt. Dieser listet sämtliche PWAs, darunter auch Instagram, Uber und Starbucks. Bis die Entwicklung von PWAs zum Modus Operandi für Entwickler wird, sollten sich Marketingabteilungen und Web Developer schon mal Googles Framework ansehen und eine “Lite”-Version ihres Internetangebots in Erwägung ziehen, beziehungsweise graduell erweitern, wenn mehr Schnittstellen und Features hinzukommen. Sämtliche große Player des Webs stehen nämlich schon bereit und unterstützen PWAs auf ihren Geräten und Betriebssystemen. Jetzt liegt es an Ihnen.

Topics: CMO by Adobe

Products: Experience Manager, Experience Cloud