Mehr Vielfalt und Inklusion: Welchen Beitrag leisten Emojis?

This is the meta description. It shows below the link in Google Search. It should be 10 to 25 words, describing your article.

By Paul Hunt

Posted on 04-15-2021

In den letzten zehn Jahren haben sich Emojis zu einem integralen Bestandteil unserer digitalen Kommunikation entwickelt. 📈 Kein Wunder, erlauben sie doch, Gestik und Mimik in die schriftliche Kommunikation zu integrieren. Doch die immer zahlreicher werdenden Symbole sind weit mehr als eine Möglichkeit, SĂ€tze durch ein Augenzwinkern zu entschĂ€rfen. Dennoch werden Emojis noch immer als lustige Bildchen belĂ€chelt. Zu Unrecht! LĂ€ngst haben sie einen eigenstĂ€ndigen Code ausgebildet, schaffen Gruppenzugehörigkeiten und unterstĂŒtzen den Einsatz fĂŒr Gleichberechtigung, DiversitĂ€t und Inklusion. 🗣 Auch deshalb bin ich vor etwas mehr als fĂŒnf Jahren als Adobe-Delegierter dem Emoji-Subkomitee (ESC) des Unicode-Konsortiums beigetreten. Ein fĂŒr mich wichtiger Meilenstein meines Engagements ist definitiv die EinfĂŒhrung der geschlechtergerechten Darstellungen menschlicher Emojis ĂŒber Betriebssysteme hinweg.

Mit Marshall McLuhan gilt: „The medium is the message“ (Das Medium ist die Botschaft). Nicht nur was wir sagen, sondern auch wie wir kommunizieren, sind Teil unserer persönlichen Geschichte. Die Medien, derer wir uns dafĂŒr bedienen, lassen uns Position beziehen – und das ganz ohne Worte. Doch wie genau vermögen Emojis, unser physisches Selbst, unsere kulturelle IdentitĂ€t und unsere persönliche Agenda auszudrĂŒcken? Wie muss sich das Emoji-System zukĂŒnftig entwickeln, um noch inklusiver zu werden und Themen, die uns bewegen, noch besser auszudrĂŒcken? Dies herauszufinden und das Emoji als Medium der Kommunikation besser zu verstehen, hat Adobe eine globale Studie in Auftrag gegeben. Gemeinsam mit unserem Partner Emojination wollen wir die Erkenntnisse der Studie nutzen, uns fĂŒr eine inklusivere, reprĂ€sentative Emoji-Bibliothek einsetzen und so dazu beitragen, VerĂ€nderungen anzustoßen.

Zentrale Erkenntnis der Studie: Nutzer:innen aller Altersgruppen wĂŒnschen sich eine differenziertere Darstellung, um wichtige persönliche Anliegen wie lokale oder kulturelle AnknĂŒpfungspunkte oder Gender- und sexuelle IdentitĂ€ten auszudrĂŒcken. Welche Einblicke wir außerdem gewonnen haben, erfahrt ihr im Folgenden:

Ein Emoji sagt mehr als tausend Worte. đŸ–Œ Aber nur, wenn man das richtige findet â˜đŸœ.

Emojis ergĂ€nzen, was wir mit Worten nicht auszudrĂŒcken vermögen. Wir verwenden sie, um die textbasierte Kommunikation in Chat-Nachrichten oder Social Media Posts um die Dimension der Intonation und Gestik zu ergĂ€nzen, denn gerade die vermeintliche MĂŒndlichkeit in der Schriftlichkeit birgt ein enormes Potential fĂŒr MissverstĂ€ndnisse. Umso wichtiger ist es, dass unsere Auswahlmöglichkeiten diesbezĂŒglich von Inklusion und DiversitĂ€t geprĂ€gt sind. Besteht eine LĂŒcke hinsichtlich einer adĂ€quaten visuellen ReprĂ€sentanz, so fehlt uns die Möglichkeit, unsere Persönlichkeit vollumfĂ€nglich auszudrĂŒcken und verstanden zu wissen.

Im Rahmen unserer diesjĂ€hrigen Umfrage haben wir 7.000 Emoji-Nutzer:innen aus insgesamt sieben LĂ€ndern (USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Australien und SĂŒdkorea) befragt. Wenngleich jedes Land durch regionale Unterschiede geprĂ€gt ist, gibt es dennoch einige Gemeinsamkeiten: Die große Mehrheit der Befragten (83 Prozent) wĂŒnscht sich eine inklusivere Darstellung durch Emojis.

Emoji mĂŒssen ein grĂ¶ĂŸeres Spektrum an 🧕, Altersgruppen đŸ‘ŽđŸŸ und Ethnien 🌍 abbilden

Konsens in allen sieben LĂ€ndern: Kulturelle ReprĂ€sentanz, dicht gefolgt von Alter und EthnizitĂ€t, ist eine der wichtigsten Kategorien, um Inklusion in der Emoji-Kommunikation herzustellen. Insbesondere Befragte, die mehr als eine Sprache sprechen oder die Generation Z wĂŒnschen sich eine bessere BerĂŒcksichtigung der Kultur in der Emoji-Auswahl.

Frappierend: Nur die HĂ€lfte der Emoji-Nutzer:innen weltweit hat das GefĂŒhl, dass ihre IdentitĂ€t in den aktuellen Emoji-Optionen angemessen widergespiegelt wird (54 %). Damit Emoji-Nutzer:innen sich und ihre Anliegen besser ausdrĂŒcken können, brauchen wir reprĂ€sentativere Emojis, die verschiedene Kulturen, Altersgruppen und Ethnien einschließen. Es geht in diesem Kontext nicht nur um die persönliche Identifikation. Kann eine Person sich und ihre GefĂŒhle nicht prĂ€zise ausdrĂŒcken, hĂ€lt sie das möglicherweise davon ab, dieses wichtige Kommunikations-Tool ĂŒberhaupt zu nutzen.

Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen fĂŒhlen sich ausgegrenzt ♿

Weniger als die HĂ€lfte der Emoji-Nutzer mit einer körperlichen oder geistigen BeeintrĂ€chtigung findet sich in den derzeit zur VerfĂŒgung stehenden Emojis wider (37 Prozent). Einige der Befragten wĂŒnschen sich erweiterte Emoji, die mehr „unterstĂŒtzende Objekte” zeigen – etwa GegenstĂ€nde wie einen Rollstuhl đŸ‘©â€đŸŠŒ, Blindenstock đŸ‘šđŸœâ€đŸŠŻ, oder HörgerĂ€te đŸŠ».

Gleichzeitig befĂŒrchten einige der Befragten, dass entsprechende Emojis sie auf ihre geistige oder körperliche EinschrĂ€nkung reduzieren und so ihre Möglichkeit, sich authentisch auszudrĂŒcken, schmĂ€lern könnten. Ein klarer Appell, dass wir diesbezĂŒglich eine höhere SensibilitĂ€t benötigen, um Menschen mit EinschrĂ€nkungen kommunikativ zu unterstĂŒtzen.

Was steckt eigentlich in einer Frisur? đŸ’‡đŸŸ Eine Menge, wie sich herausstellt

Eine grĂ¶ĂŸere Auswahl an Hautfarben hat das Medium „Emoji“ definitiv inklusiver gemacht. Doch auch Frisuren, Accessoires, Körpertypen oder Augenfarben sind entscheidende Merkmale, um eine wirklich personalisierte Darstellung zu ermöglichen.

Die Mehrheit der Befragten passt ihre Emojis bereits an (55 Prozent). 58 Prozent wĂŒnschen sich zudem mehr Möglichkeiten, Emojis zu personalisieren, um ihre IdentitĂ€t besser ausdrĂŒcken zu können.

Knapp sieben von zehn (68 Prozent) der Nutzer:innen, die sich als Mitglieder der LGBTQI2+-Community identifizieren, wĂŒrde ihr Emoji gerne personalisieren. Entsprechend wĂŒnschen sich 72 Prozent der Befragten diesbezĂŒglich mehr Optionen. In den USA und Großbritannien gaben zudem 85 Prozent der schwarzen Emoji-Nutzer:innen, 72 Prozent der asiatischen Emoji-Nutzer:innen und 78 Prozent der Latinx-Emoji-Nutzer:innen an, dass sie ihr Emoji personalisieren wĂŒrden.

Die Mehrheit der globalen Emoji-Nutzer:innen ist ĂŒberzeugt, dass mehr personalisiertere Emoji-Optionen LĂŒcken in der Inklusion schließen können (78 Prozent).

Eine höhere Emoji-Vielfalt đŸ‘Ș fördert eine inklusivere Welt đŸ•Šïž

Auch wenn es noch Optimierungspotential gibt, um die Emoji-Auswahl noch inklusiver zu gestalten: Die deutliche Mehrheit der Befragten, insbesondere der jĂŒngeren, ist ĂŒberzeugt, dass Emojis die Welt zum positiven verĂ€ndern können. 77 Prozent der Gen Z sowie drei Viertel (75 Prozent) der Millennials geben an, dass inklusive Emojis gesellschaftliche Themen auf die Agenda bringen und positiv beeinflussen können. In den USA und Großbritannien sind schwarze und asiatische (jeweils 85 Prozent) sowie Latinx (77 Prozent) Emoji-Nutzer:innen ĂŒberzeugt, dass Emojis einen wichtigen Beitrag zu entsprechenden Diskussionen leisten können.

Mehr als drei Viertel der Emoji-Nutzer:innen stimmt zu, dass Emojis ein wichtiges Kommunikationsmittel sind, um Einigkeit, Respekt und VerstĂ€ndnis fĂŒreinander herzustellen (76 Prozent).

Diese Überzeugung wird auch von anderen Gruppen geteilt. LGBTQI2+-Nutzer:innen (63 Prozent), Emoji-Nutzer:innen mit geistigen oder körperlichen EinschrĂ€nkungen sowie multilinguale Emoji-Nutzer:innen (jeweils 61 Prozent) glauben, dass Emojis innerhalb der nĂ€chsten fĂŒnf Jahre zu einer deutlich inklusiveren Kommunikation und RealitĂ€t beitragen können.

Emoji-Nutzer:innen weltweit feiern insbesondere die neuen geschlechtsspezifischen und kulturell inklusiven Emojis. Dazu zĂ€hlen beispielsweise eine Person, die ein Baby fĂŒttert (#1), Bubble Tea (#2) oder eine Person im Smoking (#3).

NĂ€chstes Level: GrĂ¶ĂŸe, Detail und Maßstab 🔍

Viele Trends, die ich in den letzten Jahren in Bezug auf Emojis beobachtet habe, spiegeln sich auch in den Ergebnissen der Umfrage wider. Mein Versuch, geschlechtsspezifische Personen in den Unicode-Standard aufzunehmen, hat mir deutlich vor Augen gefĂŒhrt, dass Emojis – wie jede Form der Darstellung – ihre Grenzen haben. Da sie sehr klein sind, ist die Anzahl integrierbarer Details begrenzt. Um zwischen mĂ€nnlich und weiblich gelesenen Personen zu unterscheiden, setzt man deshalb hĂ€ufig auf die Frisur als Differenzierungsmerkmal. Dass Frisur und Haarfarbe fĂŒr viele der Befragten ein entscheidendes IdentitĂ€tsmerkmal sind, ĂŒberrascht deshalb nicht. Gerade kleinere Details wie die Augenfarbe sind jedoch deutlich schwieriger darzustellen, geht es hier doch um die Manipulation einiger weniger Pixel.

Wie können wir Emojis inklusiver gestalten? đŸ€Č🏿

Wie können wir den Wunsch nach mehr visueller ReprĂ€sentanz und Code-RealitĂ€t zusammenbringen? đŸ€” Es braucht gute Argumente, um d Unicode-Konsortium davon zu ĂŒberzeugen, dass eine kleine Änderung tatsĂ€chlich großen Einfluss nehmen kann. Verzagen mĂŒssen wir deshalb nicht. Uns zur Seite stehen zahlreiche VerbĂŒndete und ihre Ressourcen, mithilfe derer wir eure PersonalisierungswĂŒnsche in die RealitĂ€t ĂŒbersetzen können. Die Graswurzel-Bewegung „Emojination“, beispielsweise, begleitet Menschen seit fĂŒnf Jahren durch den komplexen Unicode-Prozess und unterstĂŒtzt sie so darin, ihre Ideen in Emojis umzusetzen. Wir freuen uns sehr, durch unsere UnterstĂŒtzung der Bewegung zu einer vielfĂ€ltigeren Auswahlmöglichkeiten beizutragen, etwa in der Zusammenarbeit mit Boba Tea Emoji und Dumpling Emoji Creator Yiying Lu.

„Auch durch Adobes UnterstĂŒtzung konnten wir inklusivere und reprĂ€sentativere Emojis entwickeln und eine breitere kulturelle ReprĂ€sentanz schaffen. Emojis fĂŒr Sari, Hijab, Bumerang, Piñata, Matrjoschka-Puppe, lange Trommel, Arepa und Bubble Tea gefĂŒhrt sind nur einige Beispiele“, erzĂ€hlt Jennifer 8. Lee, eine der MitbegrĂŒnderin von Emojination.

Emojis sind ein Puzzleteil einer der komplexesten Herausforderungen unserer Zeit: Wie können wir unsere Kultur inklusiver gestalten und auch bislang unterreprÀsentierten Stimmen Raum geben? Wie können wir möglichst vielfÀltigen Stimmen Gehör verschaffen und jeder Person die Instrumente an die Hand geben, ihre persönliche Geschichte zu erzÀhlen?

Klar ist: Technologie allein kann diese Herausforderung nicht bewĂ€ltigen. Es liegt an uns allen, diesen Wandel herbeizufĂŒhren. Ich bin ĂŒberzeugt, dass Emojis Empathie und Vielfalt fördern können. Vielleicht traue ich den kleinen Cartoon-Figuren zu viel zu, doch die Ergebnisse unserer Umfrage bestĂ€rken mich darin zu glauben, dass mehr DiversitĂ€t in der Kommunikation auch zu mehr Sichtbarkeit und Teilhabe außerhalb unserer Chatfenster beitragen kann.

Topics: KreativitÀt, Design, Hightech, Medien & Unterhaltung, Creative Cloud,

Products: Creative Cloud,